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Wochenimpuls zum zweiten Fastensonntag, 25. Februar 2024

Impuls zur Lesung des Sonntags: Genesis 22 – die Opferung Isaaks

In diesem Text begegnet uns einer, der meinte Gott seinen Sohn opfern zu müssen und er wird von diesem Gott zurechtgewiesen, denn: so etwas will Gott nicht.
Und ursprünglich wollte der Text auch überhaupt nichts anderes aussagen. Erst in späterer Zeit, als Menschenopfer schon lange keine Rolle mehr spielten, erst Jahrhunderte später wurde dieser Bericht weiter ausgestaltet und bekam die Züge einer Prüfung, die Gott dem Abraham auferlegt.
Der ursprüngliche Aussagegehalt war immer ganz klar: Gott will diese Opfer nicht. Er will vor allem keine Menschenopfer.
Es hat lange gedauert, bis die Menschen das begriffen haben. Und es hat noch länger gedauert, bis ihnen klar geworden ist, dass er auch keine Tieropfer will. Und vermutlich wird es noch viel länger dauern, bis wir alle endlich einsehen, dass Gott gar keine Opfer will!
Schon beim Propheten Hosea ist es zu lesen: «Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!»
Wie lange wird es noch dauern, bis wir endlich einsehen, dass Gott nichts von uns braucht, dass wir ihm nichts geben müssen, weil er doch alles schon lange hat. Gott will nichts von uns – Er will das Beste für uns.
Wir gedenken der Opfer von Krieg und Terror. Und obwohl wir es besser wissen, werden bis heute ungezählte Menschen auf den Altären der Macht geopfert, in Kriegen massenhaft getötet. Das Kreuz auf dem Birkenkopf mahnt bis heute, die Schrecken des 2. Weltkriegs nicht zu vergessen.
Aber auch heute noch sind wir trotz aller Aufklärung und allen Fortschritts im alltäglichen Leben – vor allem im Umgang miteinander nicht selten in die uralte Opfer – Logik verstrickt:
«Du Opfer!» mit diesem Ruf werden nicht nur aus Schulhöfen vermeintlich Schwächere gemobbt.
Immer wieder lassen wir Andere «über die Klinge springen», sind wir im Tonfall anderen gegenüber übergriffig.
Menschen fühlen sich durch die Art und Weise, wie mit ihnen umgegangen wird bloßgestellt, schlimmstenfalls gemobbt. Der Umgangston wird rauer und erzeugt «Opfer».

«Barmherzigkeit will ich, keine Opfer» – Abraham hat es am Ende kapiert und den im Gebüsch versteckten Widder entdeckt – Isaak ist gerettet.
So konnte er den perfekten Neustart hinlegen.
«Barmherzigkeit will ich, keine Opfer» – eine Einladung an uns, den Widder im Gestrüpp unseres Alltags zu entdecken und Opfer zu verhindern, damit es unter uns entspannter wird und der Umgang miteinander von Respekt und Wertschätzung geprägt ist.

Thomas Vogel

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März, 2024